Die 12 Mythen, die dich von deiner Leidenschaft abhalten

 

Ich sage es euch frei heraus: In meinem Kopf habe ich mich fünf mal selbständig gemacht. Fünf mal hatte ich eine Idee, einen Plan, hatte vor, meinen Job hinzuwerfen oder ein neues Jobangebot nicht anzunehmen. Fünf mal habe ich es gelassen. Fünf mal gab es eine Reihe von Argumenten, es nicht zu tun. Argumente, die ich mir von meinen Kollegen, Freunden, Verwandten etc. anhören musste.

Argumente aber auch, die in mir aufkamen. Entweder auf der Stelle oder noch viel hinterhältiger: schleichend und langsam. Wer kennt ihn nicht den internen Dialog, die zuerst ganz leise Stimme des Zweifels, die anfänglich kaum wahrgenommen wird? Aber sie kommt immer wieder. Sie wird lauter. Irgendwann kannst du sie nicht mehr ignorieren. Irgendwann hörst du ihr zu. Und irgendwann gewinnt sie.

Bei mir hat diese innere Stimmte, der hundsgemeine innere Dialog fünf mal den Sieg davon getragen. Diabolisch lachend und sich selbst auf die Schulter klopfend. Und ich wusste nicht, dass ich damit, wie mit einem Bungee-Seil, zurück in das Hamsterrad katapultiert wurde. Heute halte ich alle diese Argumente für Mythen. Hier ein paar davon:

Ich habe keine Leidenschaft, mit der ich Geld verdienen kann.

Es gibt einen Mann in Indien, der verdient pro Jahr über 100.000 Dollar damit, dass er auf seiner Webseite seinen Lesern erklärt, wie Microsoft Excel funktioniert. Diese Seite heißt Chandoo.org. Der Untertitel lautet “Become awesome in Excel”
Für mich gibt es kein besseres Beispiel, dass du mit etwas, was du wirklich gut kannst, nicht nur Menschen findest, denen du es zeigen kannst, sondern die dir auch Geld dafür geben. Mit Excel! Ohne Worte. Argument 1 erfolgreich widerlegt.

Ich habe keine Zeit.

Meine Lieblingsausrede: “Wenn ich die ganze Woche arbeite, habe ich nicht auch noch die Energie am Wochenende für etwas anderes zu arbeiten.” Hier argumentieren wir aber aus unserer Work-Life-Balance Denke und “befürchten”, dass wir uns noch mehr Arbeit aufhalsen. Ich kann aber für mich eines sagen: Wenn ich mich hinsetze und Seminar-Konzepte entwickle, Bücher schreibe, einen eCourse vorbereite oder Menschen coache, dann ist das für mich keine Arbeit. Somit geht es nicht darum sich mehr Arbeit anzutun, sondern in seiner Freizeit etwas zu tun, was du gerne tust und GLEICHZEITIG Geld bringt. Argument 2 erfolgreich widerlegt.

Ich verliere meinen Lebensstandard.

Wer den Artikel “1000 Zweifel” gelesen hat, weiß wie ich dazu stehe. Ich denke, dass es diesbezüglich einfach Klarheit braucht. Klarheit was du brauchst, Klarheit was du hast und Klarheit worauf du (kurzfristig) für deine Leidenschaft auch verzichten willst. Eines ist interessant. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Geld sich dann einstellt, wenn es nicht mehr im Fokus ist. David Rowell betreibt den Blog “Travel Insider”. Kostenlos. Seine Leser sparen mit seinen Tipps über Reisen und Fliegen hunderte von Dollar jährlich. Einmal im Jahr macht er einen Spendenaufruf. Und seine Leser sind ihm dankbar für die Tipps. Er lebt gut davon. Argument 3 erfolgreich widerlegt.

Ich habe keine originelle Idee.

Wenn es darum geht, dürften keine neuen Restaurants eröffnet, keine Bücher gedruckt und keine Filme gedreht werden. Es würde nur eine Cola-Marke geben, nur einen Auto-Typ, nur einen TV-Kanal und nur einen Blog, den du liest (Ok, das letzte ist ein schlechtes Beispiel – der eine, den du gerade liest reicht eigentlich). Aber dir wird klar, worauf ich hinaus will: “There is nothing new under the sun”. Und zu denken, nur weil du nicht eine herausragende Idee wie den iPod hast (fast hätte ich Facebook als Beispiel angeführt – aber die Idee ist ja auch geklaut), kannst du nicht mit deiner Leidenschaft erfolgreich sein, ist einfach ein Irrtum. Amazon verkauft Bücher. Das gab es durchaus schon. Auch über das Internet. Irgendwas haben die nur einfach richtig gemacht. Argument 4 erfolgreich widerlegt.

Ich weiß noch nicht genug.

Die ewige Expertendiskussion. Unsere Gesellschaft gibt uns das Gefühl, nie genug zu können, nie genug zu wissen und nie gut genug zu sein. “Jeder ist ein Experte” habe ich bereits behauptet. Du kannst etwas besonders gut oder dich begeistert etwas auf außerordentliche Weise. Du bist bereits Experte in ganz vielen Dingen. Erkenne es. Sei stolz auf das, was du bereits jetzt bist und kannst. Argument 5 erfolgreich widerlegt.

Ich bin kein Typ für den Ich-Konzern.

Ich persönlich finde die Vorstellung, die man heutzutage vom “selbständig sein” hat ziemlich antiquiert. Besonders absurd finde ich den Spruch “Als Selbständiger arbeitest du selbst und ständig”. Das großen Missverständnis, dem alle verfallen ist: Ich muss als Ich-Konzern (alter Ausdruck: Selbständiger) alles selber machen. Meine Buchhaltung, meine Werbung, meinen Verkauf, meinen Kundenservice etc. Beispiel: Das erste was ich getan habe, als ich mit meinem Ich-Konzern gestartet bin, war mir eine gute Buchhaltung und Steuerberatung zu suchen. Mein Zeitaufwand dafür sind rund 2 Stunden pro Monat. Ja, ich kenne jetzt das Argument: “Aber das kostet doch Geld, das spare ich doch, wenn ich es selbst mache.” Noch größeres Missverständnis! Während ich meine Buchhaltung/Steuererklärung mache (und ich würde das weder so schnell noch so perfekt wie meine Steuerberaterin machen), kann ich Dinge tun, die ich gut kann und die mir mehr Geld bringen als ich mir erspare. Das funktioniert übrigens auch bei vielen anderen Dingen. Ich behaupte sogar, dass du als Ich-Konzern alles, was nicht deine Kernkompetenz ist, auslagern darfst. Denn es gibt Menschen, deren Leidenschaft z.B. die Buchhaltung ist. Für mich unverständlich, aber gut so. Argument 6 erfolgreich widerlegt.

Ich habe keine Ahnung von Marketing

Der Großteil der Menschen, die in der Werbung und im Marketing arbeiten auch nicht. Sie können aber gut darüber reden. Ich weiß es deswegen, weil ich einer davon war und es jahrelang beobachtet habe. Das meiste davon ist einfaches Handwerk. Das was ich darüber weiß und du für deinen Ich-Konzern brauchst, erfährst du Schritt für Schritt auf dieser Webseite. Argument 7 erfolgreich widerlegt.

Ich habe zu wenig Startkapital

Ein Ich-Konzern braucht als Startkapital üblicherweise sein Wissen und seine Leidenschaft. Im Buch “The $100 Startup”* stellt Chris Guillebeau Menschen vor, die mit 100 Dollar ihrer Leidenschaft gefolgt sind und ihrer Ich-Konzern gegründet haben. Wir brauchen üblicherweise einen Laptop, eine Homepage unsere Kompetenz und unsere Begeisterung. Das wars. Und ich spreche nicht von dubiosen Internetgeschäften, sondern von einem seriösen Ein-Personen-Business. Also dem Ich-Konzern. Die konkreten Schritte was Internetmarketing betrifft und Anleitungen für Anfänger, erfährst du in in den nächsten Woche auf meiner Webseite. Argument 8 erfolgreich widerlegt.

Ich weiß nicht, was ich will

Lies DAS. Argument 9 erfolgreich widerlegt.

Ich möchte nicht kündigen

Das ist auch nicht notwendig. Wenn du einen Job hast, der Miete & Co bezahlt und nicht nur Schmerzensgeld ist, dann fange gemütlich nebenbei an. Vielleicht kommst du dann nach einiger Zeit selbst zu deiner Art der Exit-Strategie. Ich verspreche dir aber eines: Hast du den ersten Euro mit deiner Idee, deiner Leidenschaft verdient, dann wird die Motivation dich überwältigen und dich wird nichts mehr halten können. Argument 10 erfolgreich widerlegt.

Ich bin zu jung

Sebastian ist 15 und lebt in Neuseeland. Software für den Mac wie MacDropAny, Broomstick, iCloudrive und Quicksand stammt von ihm. Er hat sich sicher nicht überlegt, ob er zu jung ist als er diese Software programmiert hat und sie auf seine Webseite zum Download bereit gestellt hat. Kostenlos nebenbei. Er verdient aber offenbar sehr gutes Geld damit.  Auch lediglich über Spenden. Ähnlich wie bei David Rowells “Travel Insider” ist es vielleicht tatsächlich eine gute Idee, Menschen kostenlos Hochqualitatives zur Verfügung zu stellen und in die Wahl zu überlassen, ob sie dafür auch etwas bezahlen wollen. Ich denke, dass wir langsam aber sicher in einer Zeit leben, wo Menschen so etwas zu schätzen wissen. Argument 11 erfolgreich widerlegt

Ich bin zu alt

“Ältere” Mitarbeiter werde eher gekündigt. Die Chancen für “ältere” Menschen einen Job zu bekommen, sind niedriger. Nicht weil sie undynamisch sind oder zuviel kosten oder ihren Job nicht gut machen, sondern weil sie zu viel denken, zu viel Erfahrung haben und vom Hamsterrad nicht mehr formbar sind. Beides für mich eindeutige Argumente für “ältere” Mitarbeiter das Hamsterrad zu verlassen und ein Ich-Konzern zu werden. Die Willkür, die das “System Hamsterrad” ab einem gewissen Alter walten lässt, fällt weg. Argument 12 erfolgreich widerlegt

Wie bei vielen Dingen, was die innere Stimme, den Dialog mit dir selbst betrifft, verliert es den Schrecken, ein paar Minuten konkret darüber nachzudenken.

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

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