2 smarte Tricks für mehr Selbstdisziplin

Gastartikel von Su Busson

Wie oft hast du dir schon vorgenommen, dich gesünder zu ernähren? Endlich (wieder) mehr Sport zu machen? Mit dem Meditieren anzufangen? Oder mit etwas aufzuhören, was dir und deinem Pudelwohlsein schadet?

Und dann… ist über kurz oder lang alles beim Alten geblieben.

Möglicherweise gehörst du zu den wenigen Menschen, die mit eiserner Willenskraft ausgestattet sind – die sich etwas vornehmen, ihr Vorhaben durchziehen und fertig. Wow! Du kannst dir diesen Artikel sparen.

Wenn deine Umsetzungskraft nicht ganz so einwandfrei funktioniert, möchte ich dich erst einmal beruhigen: Du bist nicht allein mit deinen gebrochenen Vorsätzen. Du hast deswegen keinen schweren Charakterfehler. Und du bist kein hoffnungsloser Fall.

ARBEITE NICHT GEGEN DICH!

Je härter du mit dir selbst ins Gericht gehst und je öfter du so etwas denkst wie „Ich bin sooo inkonsequent“, „Nie halte ich meine Vorsätze ein“ oder „Ich bin einfach zu schwach und nicht willensstark genug“, desto schwieriger wird es.

Solche und ähnliche Gedanken nagen an deinem Selbstbewusstsein, wirken wie eine selbsterfüllende Prophezeiung und machen es dir à la longue immer schwerer, deine Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

Schluss damit! Um bei deinen Vorsätzen konsequent zu sein, musst Du mit dir arbeiten und nicht gegen dich und du brauchst unbedingt, ein gesundes Verhältnis und einen smarten Umgang mit deiner Selbstdisziplin.

OJE, OJE… DISZIPLIN!

Allein das Wort Disziplin und der Gedanke daran weckt bei vielen Menschen inneren Widerstand, ein unbehagliches Gefühl oder ein schlechtes Gewissen.

In der Kindheit bedeutet „diszipliniert sein“ in der Regel dem Willen anderer Menschen folgen zu müssen. Wir müssen Zähne putzen, schlafen gehen, still sein, in die Schule gehen, die Gemüsesuppe essen – nicht weil wir das unbedingt wollen, sondern weil irgendjemand sagt, dass das sein muss. Von klein auf wird Disziplin verknüpft mit kein Spaß, Strenge, Verzicht, Strafen oder Drohungen. Nichts Angenehmes also.

Das blöde daran, dein Gehirn versucht „Unangenehmes“ um jeden Preis zu vermeiden. Wenn du mit der Disziplin auf Kriegsfuß stehst, wird es dir schon allein deswegen ausgesprochen schwer fallen, Disziplin aufzubringen. Selbst dann, wenn du das gerne möchtest.

Geh mal kurz in dich und frag dich, was für dich Selbstdisziplin bedeutet. Wenn da nichts besonders Positives auftaucht, wird es höchste Zeit, die ganze Angelegenheit aus einem anderen Licht zu betrachten.

SELBSTDISZIPLIN TUT GUT UND MACHT GLÜCKLICH

Selbstdisziplin bedeutet, bewusste Entscheidungen treffen zu können, zu tun, was du wirklich tun möchtest und zu erreichen, was du dir vornimmst. Es bedeutet, anzufangen, durchzuhalten, dranzubleiben, hinzufallen und wieder aufzustehen und dadurch deine Träume, Wünsche, Vorhaben, Vorsätze und Projekte verwirklichen zu können.

Ja, mit einer gesunden Portion Selbstdisziplin hast du die Fähigkeit, deine Lebensumstände glücklich zu gestalten. Das klingt doch schon wesentlich angenehmer, erfreulicher und erstrebenswerter.

Wenn du dir immer wieder bewusst machst, dass Selbstdisziplin etwas Gutes und Freudvolles ist, hast du schon einen wichtigen Schlüssel in der Hand, um in Zukunft disziplinierter zu sein.

Noch entscheidender ist allerdings, dass du verstehst, wie dein Gehirn tickt. Die meisten Menschen sind der Meinung, dass Disziplin in erster Linie mit reiner Willenskraft zu tun hat. Sie denken, wenn sie sich willentlich etwas vornehmen, dann werden sie das, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, einhalten. Und wenn dem dann eben nicht so ist, denken sie, sie hätten einfach zu wenig Willenskraft. Pech gehabt.

Die Wahrheit ist: Unser Verhalten ist großteils unbewusst gesteuert und eine instinktive Reaktion auf Schmerz und Freude.

Das heißt, dein „vernünftiges und langfristig denkendes“ Großhirn ist NICHT der Boss bei deinen Entscheidungen! Das erste und letzte Wort haben entwicklungsgeschichtlich betrachtet wesentlich ältere Teile deines Gehirns, die unbewusst arbeiten und das Überleben sichern sollen. Dort gelten im Prinzip zwei ganz einfache Regeln:

  • Unangenehmes vermeiden
  • Angenehmes anstreben

Und zwar JETZT! Sofort. Egal, was später ist.

Im Alltag sieht das dann beispielsweise so aus:

Dein Verstand nimmt sich vor, ab morgen früher aufzustehen, den Tag mit Meditation zu beginnen und keine Süßigkeiten mehr zu essen. Am nächsten Morgen bleibst du aber doch lieber länger im Bett, denn Aufstehen ist jetzt schmerzvoll und im Bett ist es sooo gemütlich. Und schon pfeifst du aufs Meditieren.

Und spätestens am Nachmittag steckst du dir die Schokolade in den Mund, weil jetzt der Drang nach ein bisschen Freude weit größer ist als dein momentan sehr schmerzhafter Ich-esse-keine Süßigkeiten-Vorsatz. Schon fliegt dein Plan über Board.

Das ist menschlich! Und die wenigsten Menschen bekommen dieses Dilemma mit schierer Willenskraft in den Griff. Muss auch nicht sein. Ich verrate dir hier noch 2 Tricks, die die ganze Angelegenheit leichter machen.

1. FINDE EIN AUSREICHEND STARKES WARUM!

Ich wette, du stehst problemlos mitten in der Nacht auf, wenn es darum geht, den Frühflug in den lang ersehnten Urlaub zu erwischen, und du kannst im Flieger stundenlang am gleichen Platz sitzen, obwohl das ziemlich ungemütlich ist.

Warum fällt es dir also zum Beispiel viel schwerer, früh aufzustehen und eine halbe Stunde still auf dem Meditationsplatz zu sitzen?

Die Antwort ist simple: Dein Urlaub ist, dir wichtig! Du hast mit Sicherheit zig gute Gründe, warum du unbedingt in den Flieger willst und warum es sich lohnt still zu sitzen. Aber was motiviert dich zu meditieren?

Je weniger Antworten dir einfallen, desto schwieriger wird es dir fallen, konsequent zu sein. Dann ist es eben im Bett doch viiiiel angenehmer.

Leider reicht es nicht aus, dass du jetzt irgendwelche vernünftigen Erklärungen herunter betest, die du vielleicht irgendwo gelesen hast. Dein Hirn ist nicht blöd! Du brauchst Gründe, die dich wirklich motivieren.

Fakt ist: Wenn du in deinem Innersten spürst, dass ein Vorhaben – was auch immer es ist – dich persönlich stärkt, dich weiterbringt, dir richtige Freude macht oder einen für dich relevanten „Nutzen“ hat, wirst du genug Motivation haben, um diszipliniert zu sein.

Wer ein ausreichend starkes „Warum“ hat, findet die innere Kraft, um auch Unangenehmes auszuhalten, Versuchungen zu widerstehen, Opfer zu bringen und Hindernisse zu bewältigen.

Du bist dran:

Schau mal, wo du diszipliniert bist oder früher einmal warst. Denk nicht nur an Dinge, die dir schwer fallen und zu denen du dich mit Willenskraft zwingen musst. Denk auch an deine Hobbys, deine Leidenschaften und an Dinge, die du von Herzen gerne tust, und wo du vielleicht gar nicht bemerkst, dass du diszipliniert bist und auch Unangenehmes in Kauf nimmst. Dann zähl all die Gründe auf, warum du das tust und was dich motiviert.

Wenn du fertig bist, wähle eine (1!!!) Sache, bei der du gerne mehr Disziplin hättest. Ein Vorhaben, das du umsetzen willst. Nimm dir ein Blatt Papier und schreib all deine Warums auf!

  • Warum willst du das?
  • Warum lohnt sich das?
  • Mehr noch: Warum lohnt sich das so sehr, dass du dafür auch Unangenehmes wegsteckst?

Wenn du fertig bist – lies dir die Liste laut vor. Nicht runterleiern! Stell dir Punkt für Punkt vor, mal dir aus und fühl hinein, welchen Nutzen dir das bringen wird. Mach dir bewusst, wie sehr sich das lohnt.

Führ dir diese Gründe täglich vor Augen, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind.

2. SCHAU REALISTISCH IN DIE ZUKUNFT!

Wir neigen alle dazu, unser zukünftiges Ich für besser und konsequenter zu halten als wir jetzt sind. Heute früh hab ich bei meinem Wecker dreimal auf die Snooze-Taste gedrückt, aber morgen steh ich sicher sofort auf. Heute esse ich die Schokolade, aber morgen werde ich locker darauf verzichten.

Hahaha!

Damit möchte ich nicht behaupten, dass wir uns nicht verbessern und entwickeln können, aber mit solch rosigen Prognosen liegen wir zu 99,99% daneben.

Du kennst dich. Sei ehrlich zu dir. Sinnvollerweise machst du dir heute und jetzt schon bewusst, was dir morgen (oder in ein paar Tagen) alles einfallen wird, um deinen Vorsatz zu brechen oder dein Vorhaben auf morgen zu verschieben.

Mit einem realistischen Blick in die Zukunft kannst du nämlich vorbeugen.

Gehen wir gleich wieder in die Praxis:

Ich weiß, dass ich nicht gern aufstehe, wenn der Wecker läutet und dass mich die Snooze-Taste magisch anzieht. Ich weiß, dass mein Wille um die Zeit noch sehr müde ist. Wenn ich früher aufstehen möchte, um Zeit für meine Morgenmeditation zu haben, stell ich den Wecker auf meinem Handy und leg es ins Nebenzimmer. Das macht das Snoozen wesentlich unattraktiver und es ist angenehmer sofort aufzustehen und das nervige Geklingle abzudrehen. Wenn ich mal aus dem Bett draußen bin, fällt es mir ziemlich leicht, die Disziplin aufzubringen zu meditieren.

Wenn du weißt, dass dich am Nachmittag im Büro der Heißhunger auf Süßes überfällt, sorg dafür, dass keine Süßigkeiten da sind und auch deine liebe Kollegin dir keine unter die Nase reibt. Nimm dir stattdessen Trockenobst oder ein Kompott mit – in Nataschas Blog findest du genug sinnvolle Alternativen.

Wenn dir bewusst ist, dass nach Büroschluss dein Sofa eine überirdische Anziehungskraft auf dich hat und dich davon abhält, ins Fitnesscenter zu gehen – was du in Wahrheit tun möchtest. Dann verabrede dich dort fix mit einem Freund, der dir die Freundschaft kündigt, wenn du dort nicht auftauchst. Oder vereinbar eine Stunde mit einem Trainer, der dich in die Mangel nimmt.

Kurz: Tricks dich selbst aus. Oder positiv formulier: Unterstütz dich selbst!

Du bist dran:

Denk an dein Vorhaben und frag dich:

  • Welche Ausreden werden dir einfallen, wenn es soweit ist?
  • Wo, wie, wann und warum wirst du schwach werden?
  • Wie wirst du dich möglicherweise Weise selbst sabotieren?
  • Was kannst du tun oder wie kannst du vorbeugen?
  • Was kann dir helfen oder dich dabei unterstützen, konsequent zu sein?
  • Wie kannst du dir die Sache leichter machen?
  • Wen könntest du um Hilfe bitten?

Du weißt am besten, was für dich funktioniert und was nicht. Ja, du darfst es dir möglichst einfach machen, selbstdiszipliniert zu sein und musst dir keine zusätzlichen Hürden in den Weg legen. Du wirst sehen, Disziplin beginnt auf diese Weise richtig Spaß zu machen.

Go for flow!


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Su Busson

Su ist Frust-Killerin & Flow-Coach.

Sie zeigt dir auf ihrem Blog, wie du ganz du bist, mehr Flow in dein Leben bringst und deine Ideen und Vorhaben erfolgreich verwirklichen kannst.

Wenn du mehr über Su und ihre Arbeit erfahren willst, dann besuche sie auf ihrer Webseite!

2017-05-17T07:36:05+00:00 19. Mai 2017|Motivation & Veränderungen|0 Kommentare

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