Du brauchst doch einfach nur deine Einstellung ändern … Und wie soll das bitteschön genau gehen?

Hunderte Artikel sind schon zum Thema „Einstellung ändern“ geschrieben worden uns es liest sich immer wieder soooo einfach.

Du musst einfach nur deine Einstellung ändern und dann … blablabla.

Einfach nur die Einstellung ändern. Einfach nur…

WTF.

Wie wenn es so einfach wäre die Einstellung zu ändern.

Jahre und Jahrzehnte haben deine Einstellungen geprägt. Und dann kommt ein cooler Blogger, Trainer oder Coach und sagt:

Ach, du brauchst doch einfach nur deine Einstellung ändern…

Ja, genau.

Danke für den tollen Tipp.

Du änderst deine Einstellung zu etwas nicht einfach so. Zu viele Programme laufen in deiner Birne ab. Zu viel hast du erlebt, zu oft wurde diese Einstellung immer und immer wieder gefestigt.

Nur wie schaffen wir es, unsere Einstellungen zu ändern?

In dem du das, was dir von allen Seiten empfohlen wird, nicht tust, sondern umkehrst.

Üblicherweise gibt es den klugen Ratschlag: Du musst einfach nur deine Einstellung ändern und dann bist du

  • glücklicher
  • erfolgreicher
  • liebenswerter
  • sympathischer
  • konsequenter
  • Und, und, und.

Nein, du änderst nicht dein Leben, indem du deine Einstellung änderst.

Es geht umgekehrt: Einstellung ändern, indem du dein Leben änderst.

Deine Einstellungen wurden durch das Leben geprägt.

Daher – so ist meine naive Schlussfolgerung – können sie auch nur vom Leben geändert werden.

Nicht (nur) dein Denken beeinflusst dein Handeln, sondern dein Handeln beeinflusst auch dein Denken.

Ja, es der so oft zitierte Spruch „Gedanken werden Realität“ stimmt natürlich.

Nur warum – verflucht noch eins – sagt niemand das absolut naheliegende dazu:

Die Realität beeinflusst die Gedanken.

Wenn sich Werte, Einstellungen und Haltungen durch das Erlebte entwickeln, dann hat wohl die Realität Einfluss auf die Gedanken.

Somit änderst du deine Einstellung indem du ab jetzt anders handelst.

Denn (Vorsicht Klugscheißer-Spruch):

Wenn immer das tust, was du schon immer getan hast, wirst du das bekommen, was du schon immer bekommen hast.

Und unter uns: Dein Handeln kannst du schneller ändern, als deine Einstellung.

Das geht sofort. In diesem Augenblick. Du brauchst einfach nur diesmal nicht A tun, sondern B. Oder C. Oder für die ganz Mutigen: X

OK, Markus. Verstehe ich, kann ich alles nachvollziehen. Nur woher weiß ich, was ich ändern soll? Also welchen Handlungen und Taten soll ich ändern, damit sich meine Einstellung zu bestimmten Dingen ändert.

Großartige und sehr berechtige Frage.

Einstellung ändern: Ich könnte jetzt das tun, was so viele Persönlichkeitsentwicklung-Gurus tun.

Nämlich dir weiß machen, dass ich die Lösung habe. Dass ich weiß, was zu tun ist. Dass ich das Orakel bin.

Nur das wäre einfach nur gelogen.

Denn jeder hat andere Einstellungen und braucht somit auch andere Taten dafür (oder dagegen)

Aber es gibt doch einen Lichtschein am Ende des Tunnels.

Es gibt ein paar „One-Size-Fits-All“-Handlungen, die erwiesenermaßen gut für dich sind. Für mich sind sie es zumindest.

Ich fange mal mit einer kleinen Liste wie du deine Einstellung ändern kannst an:

Sei jeden Tag dankbar.

Ja, ich weiß du hast es schon oft gehört, das ist nix Neues. Dankbarkeit ist super. Nur mal ganz ehrlich, ich verrate es auch niemanden: Machst du dieses Dankbarkeits-Zeug wirklich? Oder hast du mit einem Dankbarkeitsjournal oder -ritual angefangen und es nach ein paar Tagen gelassen?

Liebe deine Leben und nicht irgendwelches Zeug.

Immer nur „mehr haben wollen“ stress uns. Zu glauben „ich brauche nur noch das und dann“ ist einfach falsch. Punkt. Aus. Die Maus.

Diese Leistungs-Ergebnis-Höher-Schneller-Weiter-Größer-Mehr-Einstellung macht dich unzufrieden. Hast du nämlich eines schon mal bemerkt? Sobald diese ganzen Dinge, die man unbedingt braucht nicht mehr neu sind, verlieren wir das Interesse. Und brauchen unbedingt das nächste Ding.

Nur wie dreht man das ab? Einfach mal nichts kaufen. Einfach mal in die andere Richtung gehen und sagen:

  • Ich brauche kein neues Paar Schuhe.
  • Ich brauche kein neues iPhone.
  • Ich brauche die Gehaltserhöhung nicht.
  • Ich brauche das Haubenlokal-Essen nicht.
  • Ich brauche nicht mehr Kunden.
  • Ich habe genug.

Ich habe echt lange gebraucht und ringe da oftmals heute noch mit mir. Die Qualität deines Lebens liegt darin was du tust, nicht was du hast.

Sei geduldig.

Geduld ist ja wohl das Uncoolste, was es auf der Welt momentan gibt. Denn es muss ja alles jetzt und gleich sein. Ich Echtzeit. Instant.

  • Ich will einen Film sehen: Danke Netflix
  • Ich will ein Lied hören: Danke Spotify.
  • Ich will ein Buch lesen: Danke Kindle.
  • Ich will schön und schlank sein: Danke Abnehmpille
  • Ich will reich sein: Danke Start Up.

Wir wollen sehr viel, nur eines wollen wir nicht: Darauf warten.

Diese Jetzt-Gleich-Sofort-Einstellung macht dich krank und unzufrieden.

Was tun?

Retro sein.

  • Anrufen und wenn du niemand erreichst, nicht auf die Mobilbox sprechen, sondern nochmal anrufen.
  • Das Handy liegen lassen, wenn eine WhatsApp-Nachricht kommt.
  • Einen Baum pflanzen.
  • Ein Buch schreiben.
  • Ein Puzzle zusammensetzen.
  • Ein Kartenhaus bauen.
  • Zu Fuß gehen.
  • Das Handy zu Hause lassen.

Jetzt würde es gerade mit mir durchgehen, denn diese Liste würde gleich den nächsten Blogartikel füllen.

Aber ich bin auch geduldig. Ich will nicht, dass mein Enthusiasmus und meine Begeisterung zu absolut und fordernd rüber kommt.

Lass dir Zeit. Einstellungen sind träge. Ein Fingerschnipp tut’s nicht.

Daher versuche vielleicht einen der drei Vorschläge. Und zwar idealerweise öfter als zwei- oder dreimal.

Sei geduldig und nett zu dir. Das ist eine ganze besonders lohnenswerte Einstellung. Die kann so bleiben.

Lies auch den Artikel über „limitierende Glaubenssätze“ und die „6 einfachen Tipps für ein erfülltest Leben„, denn die passen gut dazu!

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

2017-06-22T13:21:22+00:00 9. Juli 2017|Glück & Zufriedenheit|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Fritz 13. Juli 2017 um 10:28 Uhr- Antworten

    Danke, wie immer einfach, klar und wahr.

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