Die Kunst – Verzeih mir – zu sagen

Du und ich haben es schon mal getan. Etwas gesagt oder getan, dass einen anderen Menschen verletzt hat. Es war in den meisten Fällen gar nicht so gedacht. Oftmals haben wir an uns gedacht und es war nicht klar, dass andere Menschen durch dieses Verhalten den Kürzeren ziehen.

Mit der Zeit haben sich bei uns nun langsam aber sicher einiges angesammelt, wo wir „verzeih mir“ sagen sollten/könnten/müssten/dürften.

Aber du und ich wissen: Das ist gar nicht so einfach.

Hast du das Gefühl jemanden – Verzeih mir – sagen zu müssen? Vielleicht ist dir durch die ersten Zeilen bereits jemand eingefallen, bei dem du dich entschuldigen willst. Aber auch wenn noch nichts Konkretes in deinem Kopf ist, die folgenden Gedanken, werden es dir in Zukunft leichter machen „Verzeih mir“ zu sagen.

Mache dir klar, dass du etwas getan oder gesagt hast, dass einen anderen Menschen verletzt hat.

Dieser Schritt ist bereits kein leichter. Denn oftmals sind wir so in unserer Welt (vielleicht auch dem Hamsterrad) gefangen, dass es uns gar nicht auffällt, dass wir wir ein Elefant durch den Porzellanladen poltern.

Wie bei allen Fehlern und Missgeschicken im Leben ist das Annehmen und Akzeptieren der erste Schritt.

Wichtig ist nun mal wahrzunehmen, wenn so etwas passiert, denn jeder Mensch geht anders damit um: Manche ziehen sich zurück, manche sind sichtbar verletzt, manche reagieren mit einem Gegenangriff etc. Um  – Verzeih mir – sagen zu können musst dir klar sein, wenn du wie verletzt hast.

Die einfachste Möglichkeit ist behutsam Fragen zu stellen, wenn du bemerkst, dass etwas nicht in Ordnung ist. Manchmal rücken Menschen nicht sofort mit der Sprache raus und es braucht ein wenig liebevollen Nachdruck, damit sich dein Gegenüber öffnet und dir klar wird, dass du daran Mitschuld trägst.

Wenn du das bemerkt hast, dann rechtfertige dein Tun nicht, sondern akzeptiere den Fehltritt deinerseits.

Gib deinem Gegenüber Raum. Lass dir klarmachen, warum deine Worten und Taten verletzlich waren und bemühe dich stets darum, die andere Seite zu sehen. Denn dann bist du bereit für „Verzeih mir“ zu sagen.

Finde die richtigen Worte

Fingerspitzengefühl ist hier gefragt. Denn oftmals verpacken wir in der Entschuldigung eine Rechtfertigung für unser Tun und schieben somit die Verantwortung wieder zurück.

Nimm dich zurück und denke nur an den Menschen, der dir gegenüber sitzt. Mache dich von allen Ego-Gedanken „Dafür kann ich nichts – Die soll nicht so empfindlich sein – Das hab ich gar nicht so gemeint – Immer versteht er mich falsch“ frei.

Frage dich einfach: „Welche Worte sind jetzt die besten um  – Verzeih mir – zu sagen“

Denn es geht jetzt einerseits darum, die innere Harmonie deines Gegenüber zu unterstützen und dir damit auch klarzumachen, was die „Verfehlung“ (absichtlich unter Anführungszeichen) deinerseits war, damit du sie nicht wiederholst.

Ich wiederhole es nochmal, weil es so wichtig ist: Verpacke keinerlei Rechtfertigung für dein Tun in deine Entschuldigung, denn das macht die Wirkung völlig zunichte.

Sprich die Worte aus. Mit Respekt und Liebe.

Nimm dir dafür Zeit, sieh deinem Gegenüber in die Augen und sprich die Worte aus. Sei ganz bei dem Menschen, bei dem du dich entschuldigst. Mache nicht zu schnell, sonst erscheint es so, als ob du es hinter dich bringen willst. Die Wirkung bleibt dann aus

 – Verzeih mir – sagst du immer persönlich. Nicht SMS, Mail, Whatsapp oder anrufen. Von Mensch zu Mensch. Nimm dir auch hier Zeit und schaffe den richtigen Rahmen.

Falle nicht mit der Tür ins Haus aber ziehe es auch nicht unnötig in die Länge.

Bemühe dich, dass dein Tonfall klar macht, wie ernst es dir mit dieser Entschuldigung ist.

Stelle dich auf mögliche Reaktionen ein. Nicht jeder geht gleich mit Entschuldigungen um. Achte darauf, dass du mit ärgerliche Reaktionen genauso liebevoll umgehst, wie mit Dankbarkeit.

Wenn du das Gefühl hast, nicht Ernst genommen zu werden, wiederhole die Entschuldigung und drücke deine Gefühle ein Stück mehr aus.

 – Verzeih mir –  sagen lernen wir nirgendwo. Ich aber finde, dass es eine Kunst ist, die geübt werden darf, und wo du und ich die Meisterschaft anstreben sollten. Denn es läuft zwischen Menschen nicht immer perfekt. Das dürfen wir akzeptieren.

Wenn du aber „Verzeih mir“ sagen kannst und deine Botschaft kommt an, dann sorgt das für mehr Harmonie. Harmonie in deinem Gegenüber und natürlich auch in dir.

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

2017-06-19T07:36:18+00:00 14. Juni 2017|Innerer Friede & Los lassen|0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hole dir meine kostenlose
14-teilige E-Mail Serie „Glücksgesetze“
x
Inspiration, Zufriedenheit und Lebensfreude:  Hole dir meine 14 Glücksgesetze!